Am 25. März 2021 fand der Hydrogen Online Workshop (HOW) statt und bot mit über 6.600 internationalen Ausstellern, Teilnehmern und Referenten eine gute Möglichkeit sich mit Fachleuten aus der Wasserstoff-Branche zu den neuesten Entwicklungen sowie aktuellen Problemstellungen auszutauschen.

Kai Steinbach, unser Head of Engineering, leitete einen der 30 HOW-Workshops unter dem Thema: „How to select the hydrogen tank solution? – Materials and Technologies”. Er präsentiert aktuelle Designlösungen und Fertigungstechnologien für Wasserstoff-Druckbehälter und gab Hinweise zum material- und branchenspezifischen Einsatz.

Im Anschluss stand er den über 600 Workshop-Teilnehmern für vielfältige Fragestellungen in einer angeregten Diskussion zur Verfügung. So fragten viele Teilnehmer nach den Einsatzszenarien der unterschiedlichen Tanktypen: Bei stationären Wasserstoffbehältern für industrielle Anwendungen spielt das Volumen bzw. das Gewicht oft eine weniger entscheidende Rolle und so sind überwiegend metallische Drucktanks im Einsatz. Für mobile Anwendungen, wie etwa in Kraftfahrzeugen, ist der Bauraum begrenzt und der Speicher muss möglichst leicht sein. Daher werden dort Druckspeicher aus Verbundmaterial eingesetzt. Diese haben einen dünnen Innenbehälter, den sog. Liner, aus Metall oder Kunststoff und sind außen mit Kohlenstoff- bzw. Glasfasern verstärkt.

Außerdem erläuterte Kai Steinbach auf Bitte der Teilnehmer genauer, welche Vor- und Nachteile die Speicherung von Wasserstoff in gasförmiger oder flüssiger Form hat. In flüssiger Form ist die Speicherung bei geringen Drücken möglich. Allerdings muss der Wasserstoff dafür sehr weit runtergekühlt werden, daher sind speziell isolierte Kryotanks nötig. Durch die höhere Energiedichte eigenen sich Kryotanks besonders für mobile Antriebslösungen wie bspw. in der Luft- und Raumfahrt oder für Kraftfahrzeuge an. Nachteilig wirken hier aber das vergleichsweise höhere Volumen der Tanks durch die Isolierung und mögliche Verdampfungsverluste bei längeren Standzeiten der Fahrzeuge.

Eine Umfrage unter den Teilnehmern während des Workshops ergab, dass neben dem Tankgewicht und -volumen sowie der Speicherdichte in erster Linie natürlich die Kosten einen entscheidenden Faktor bei der Entwicklung von Tanksystemen darstellen. Daher beschäftigte viele Gäste die Frage nach dem „besten“ Werkstoff bzw. der „optimalen“ Fertigungstechnologie für einen Wasserstoffspeicher. Weil es immer vom Einzelfall abhängt, was die optimale Lösung ist und ein zweistündiger Workshop keine detaillierte Machbarkeitsstudie ersetzen kann, lautete Kai Steinbachs Antwort hier mehrfach: „It depends on …“.

Die vorhandene Zeit im Workshop war leider nicht ausreichend um auf alle Fragen detailliert einzugehen. Kai Steinbach und sein Team stehen Ihnen aber gern jederzeit für Ihre Anfragen rund um das Thema Wasserstoffspeicherung zur Verfügung. Sie erreichen Herrn Steinbach unter: kai.steinbach@lzs-dd.de.

Wir danken allen Teilnehmern für die intensive und anregende Diskussionsrunde.

LZS beim Hydrogen Online Workshop 2021