Der Einsatz von dedizierten Leichtbauwerkstoffen wird bei Schienenfahrzeugen der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen, da steigende Sicherheits- und Komfortanforderungen potenziell zu einem höheren Gewicht führen. Die Realisierung von Leichtbau-Konzepten ist bei limitierter Achslast ein wesentlicher Aspekt zur Vermeidung eines Massenzuwachses und idealerweise zur Erhöhung der Nutzlast. So können mehr Fahrgäste auf gleichem Raum transportiert werden. Besonders im Nahverkehr mit vielen Haltestellen und den damit verbundenen Brems- und Beschleunigungsvorgängen kann ein „leichterer“ Zug den Verschleiß von Bremssystemen und dem System Rad-Schiene verringern.

Die Dresdner Firma CG Rail GmbH hat für den chinesischen Schienenfahrzeughersteller CRRC Qingdao Sifang Co. Ltd. in nur zweijähriger Entwicklungszeit die weltweit erste U-Bahn in Ultra-Leichtbauweise entwickelt, die maßgeblich aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) besteht. Damit wurde eine Gewichtseinsparung von etwa 30 % gegenüber vergleichbaren metallischen Bauweisen erreicht. Das Gesamtprojekt umfasste die Entwicklung und Fertigung mehrere Prototypen, bestehend aus Fahrzeugkopf, Wagenkasten, Drehgestellrahmen und einer Unterflurverkleidung in CFK-Leichtbauweise.

Unsere langjährigen Erfahrungen mit Leichtbauweisen in Multi-Material-Design konnten wir bei diesem Projekt einbringen und die Entwicklung und Fertigung des Fahrzeugkopfes, des Wagenkastens und des Drehgestellrahmens begleiten. Wir unterstützten die CG Rail GmbH im Bereich der Konzeption und Konstruktion, der (Drapier)-Simulation sowie bei der Fertigung und Prozessberatung, insbesondere im Bereich des Preformings und der Konsolidierung von dickwandigen komplex geformten Flechtbauteilen.

Als Beispiel für innovative Leichtbaukonzepte, die in Serienanwendungen im Schienenverkehr eingeflossen sind, ist ein Prototyp der Frontkabine des U-Bahn-Systems „CETROVO“ aktuell im Verkehrsmuseum Dresden ausgestellt.

Fahrzeugkopf Leichtbau Zug
Fahrzeugkopf Leichtbau Zug